FRAKTIONSARBEIT

Taten bewirken mehr als Worte

Den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht!
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Brohltal,

Der Verbandsgemeinderat ist einstimmig unserem Antrag, ein demografiefestes Schulkonzept zu entwickeln. Das ist unser lachendes Auge. Mit einem weinendem Auge sehen wir die Tatsache, dass sich der Rat gegen unsere Stimmen dafür ausgesprochen hat, alle Schulstandorte zu erhalten. Es wäre schön, wenn das in verantwortbarer Form so geschehen könnte, aufgrund stark rückläufiger Schülerzahlen sehen wir das allerdings nicht.

Uns wäre es lieber gewesen man hätte erst abgewartet und sorgfältig beraten, was bei dem von uns beantragten und einstimmig getragenen Konzept herauskommt, ehe man Schritte vollzieht, die einer teilweisen Vorfestlegung gleichkommen.

Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre werden da ganz sicher Veränderungen auf uns zukommen. Da hätten wir es lieber gesehen, wenn zuerst alle Alternativen durchgedacht werden. So wird jetzt der zweite Schritt, nämlich Ausgaben zu beschließen, vor dem ersten gemacht, nämlich das von uns beantragte Konzept auszuarbeiten. Wer weiß, ob wir den jetzt freigegebenen Mitteln nicht irgendwann nachtrauern. Wir verausgaben dieses Jahr annähernd 50.000 Euro, in den kommenden Jahren kommen weitere Summen in Höhe von noch einmal über 50.000 Euro für weitere Sanierungsmaßnahmen hinzu, darüber hinaus wird auch die Sanierung der Heizungsanlage noch einmal 50.000 Euro aus den Mitteln der Verbandsgemeinde verbrauchen, das geht aus der Sitzungsvorlage hervor. Wenn dann noch die Dachsanierung - bei der niemand mit Sicherheit sagen kann, wann genau sie ansteht - hinzu kommt, dann kracht es nicht nur im Gebälk der Schule, sondern auch in unserem Haushalt. Das sind auch die Fakten, die man sich vor dem Hintergrund der heutigen Entscheidung vor Augen halten muss.

Aus pädagogischer Hinsicht sind wir obendrein der Ansicht, dass spätestens dann etwas passieren muss, wenn die ersten Kombiklassen eingerichtet werden müssen. Wir wissen jetzt schon, dass es passiert, wir wissen sogar, wann es passiert, nur den Zeitpunkt des Handelns haben wir heute auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir halten es seitens der Mitglieder der SPD-Fraktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürgen in der ganzen Verbandsgemeinde Brohltal nicht für vertretbar, auf der einen Seite weiter in einen Standort zu investieren, während in zumutbarer Entfernung Räume leer stehen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass bereits jetzt Grundschülern in anderen Orten der Verbandsgemeinde weitere Fahrtstrecken zugemutet werden, als sie den Wehrer und Gleeser Schülern jemals ins Haus stünden.

Wir sind keine Unmenschen, die leichtfertig Schulstandorte aufs Spiel setzen, aber angesichts der Tatsache, dass es auf der Hand liegt, dass der Grundschulstandort Wehr mittel- bis langfristig keine Zukunft hat, können wir unsere Hand hier nicht für Investitionen heben. Natürlich profitiert Wehr von der Grundschule, aber wenn wir in einer Gemeinde so massiv die Infrastruktur - und das ohne Sachzwang - fördern, müssen wir uns gegenüber 16 weiteren Gemeinden im Brohltal rechtfertigen, wieso das bei ihnen nicht im gleichen Umfang geschieht.

Darüber hinaus ist heute viel von dem Wohl der Kinder gesprochen worden, das auch uns am Herzen liegt. Es ist allerdings festzuhalten, dass es diesen Kindern an einem anderen Schulstandort keinen Deut schlechter erginge. Im Übrigen sind es genau die Kinder, die später die Schulden bezahlen, die wir heute durch solche Beschlüsse machen. Wer weiß, was ihnen im Nachhinein lieber gewesen wäre.

Auszug aus den Reden von:
 
Walter Schneider (Vorsitzender der SPD Fraktion im Verbandsgemeinderat, Ortsbürgermeister Burgbrohl)
und
Jens Schäfer (Vorsitzender SPD Brohltal, Ratsmitglied, Mitglied im Schulträgerausschuss)
bei der Verbandsgemeinderatssitzung am 18.03.2010

Veröffentlicht: Donnerstag, 18. März 2010 17:01
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